Jahreshauptversammlung

In der Jahreshauptversammlung des Wilhelm- Busch-Heimatvereins Lüthorst standen Rückblicke auf das Jubiläumsjahr auf der Tagesordnung sowie Planungen und ein Antrag des Vereins an die Stadt Dassel zur Erhaltung der Wilhelm-Busch-Grundschule.

Fast die Hälfte der 103 Mitglieder konnte der Vorsitzende des Vereins, Joachim Stünkel, im Lüthorster "Sollingstern" begrüßen. 175 Jahre Wilhelm Busch und zehn Jahre Heimatverein wurden im vergangenen Jahr gefeiert. Einige Vereinsmitglieder nahmen auch an der Feier in der Hannoverschen Staatsoper teil. Stünkel erinnerte an den gut besuchten Vortrag von Dr. Hans-Joachim Neyer, Direktor des Busch-Museums, zu "komischen Katastrophen" bei dem Zeichner und Maler. Das Vorbild des Comics habe man so unter ganz neuen Aspekten kennen gelernt. Im April drehte der NDR auch in Lüthorst. Ein Busch-Film aus der Reihe "Deutsche Lebensläufe", ebenfalls am Ort mitgedreht, sei für den Grimme-Preis 2008 nominiert worden, hob Stünkel hervor. Dieser Film werde am 22. Juni, ab 12.45 Uhr im Bayerischen Fernsehen zu sehen sein. Mit Wilhelm Busch befassten sich auch die "Bühnenstürmer" in einer Dasseler Aufführung sowie ein Fest rund um die Kirche im Juli. Höhepunkt sei im September das Vereinsjubläum gewesen mit einem Familienfest rund um die Schule sowie einem Vortrag von Ruth Brunngraber-Malottke vom Wilhelm-Busch-Museum. Weitere Ereignisse waren der Auftritt der Laienspielgruppe und der Weihnachtsmarkt.

Die Zahl der Sonntags-Besucher im Wilhelm-Busch-Zimmer könnte besser sein. "Kenner kommen auch an anderen Tagen", stellte Stünkel fest. Ohne Zweifel sei hier Interesse vorhanden.  Für ihr umfangreiches Engagement dankte er Willy Papenberg und Günter Bremer. Regen Zuspruchs erfreue sich die Website www.wilhelm-busch-luethorst.de, gestaltet von Henk Schulting.

Gerda Diekmann und Friedhelm Herbst bescheinigten dem Schatzmeister Wolfgang Müller eine ordentliche Kassenführung. Dem gesamten Vorstand wurde Entlastung erteilt. Wolfgang Müller, Gründungsmitglied des Vereins, wies darauf hin, dass er aus beruflichen Gründen nach wie vor einen Nachfolger suche. Für Unterstützung in vielen Bereichen dankte er Friedhelm Herbst, Robert Franke und Jörg Kettler. Mit Gerda Diekmann wurden Ingrid Heim und Kurt-Heinz Borth zu neuen Kassenprüfern gewählt.

Für den 21. September 2008 ist von 9 bis 17.30 Uhr eine Fahrt in das Mühlenmuseum Gifhorn sowie am 13. November 2008 ein Heimatabend vorgesehen. Geplant wird auch eine Stadtführung in Einbeck: "Helles Bier und dunkle Schatten".

Einstimmig und mit viel Beifall wurde eine Eingabe des Heimatvereins an den Rat der Stadt Dassel genehmigt, in der es um die Schließung der Grundschule am Ort geht, die seit 2006 den Namen Wilhelm Buschs trägt: "Wir erwarten für Lüthorst eine offizielle Bürgerveranstaltung und dass die Argumente für den Erhalt der Schule auch entsprechend gewürdigt werden." Dass Dassels Bürgermeister Gerhard Melching dem Rat der Stadt vorschlage, "die hiesige Schule kurzfristig zu schließen", wird als "Blitzaktion" bezeichnet, die nicht kooperativ sei.

Fritz Lösche, Ortsheimatpfleger aus Deitersen, berichtete dann anschaulich über Funde zu Schriften von Pastor Letzner, der sechs Jahre, von 1583 bis 1589, auch "armer geringer Dorfpfaff" in Lüthorst war.  Ausführlich erzählte er von seinen Recherchen, und unter viel Vergnügen der Zuhörer las er auch aus dem Einkommensverzeichnis der Kirche von 1588 mit Gulden, "guten Groschen" und dem Körting vor, sowie vom "Vermächtnis einer Heirat", ein Vertrag, zu dem natürlich auch ein "Fuder Einbecker Bier" gehörte.

Nachricht eingestellt am 20.04.2008 durch Ehrenheim-Schmidt (EM).